19.4.2026 | Cabernet Franc von der Loire vertikal

Aufgrund der Klimaerwärmung erlebt der Cabernet Franc an der Loire eine echte Renaissance. Nicht nur hier, werden sich die Kenner zu Wort melden. Sondern weltweit. Möglicherweise hat der wärmeresistentere Cabernet Franc die besseren Voraussetzungen als seine wesentlich berühmteren Nachkommen Cabernet Sauvignon und Merlot. Deshalb freuen wir uns sehr auf die Zeitreise des Cabernet Franc Vieilles Vignes der Domaine Filliatreau. Entdecken Sie anhand der flüssigen Beispiele die klimatischen und weinbaulichen Veränderungen samt der biodynamischen Entwicklung dieser Trouvaillen. Uns erwarten zehn spannende Saumur Champigny Cabernet Franc Vieilles Vignes aus dem letzten Vierteljahrhundert!

Cabernet Franc stammt aus Frankreich, vermutlich wurde er aus Wildreben selektioniert. In Bordeaux ist die Rebsorte nachweislich seit Jahrhunderten heimisch und wird in einigen Châteaux als Bestandteil ihrer Cuvées eingesetzt. Im Gegensatz zum Bordelais wird wird der Cabernet Franc an der Loire reinsortig ausgebaut. So richtig Fahrt aufgenommen hatte diese Rebsorte ausserhalb Frankreichs eigentlich nie. Früher schmeckten die nördlichen Tropfen aufgrund fehlender Reife eher grün und unreif. Das hat sich grundlegend geändert, der Klimawandel hat zugeschlagen, nun können die Trauben in dieser ehemals kühlen Region wesentlich vorteilhafter reifen. In Saumur Champigny hat der ungekrönte König „Clos Rougeard“ von einigen Winzern ernstzunehmende Konkurrenz in dieser Disziplin bekommen. Die Domaine Filliatreau stellt mit ihrem Cabernet Franc aus den uralten – bis zu 110 Jahre alten Reben – nur einen davon. 

Die Gesamtrebfläche für Cabernet Franc betrug 2016 etwa 56.000 Hektar. In Frankreich alleine finden sich 32.327 Hektar. An der Loire ist die Anbaufläche mit satten 16.000 Hektar deutlich prominenter vertreten als im Bordelais. Hier wachsen 12.000 Hektar, die allerdings hauptsächlich in Cuvées landen, bekannteste Vertreter: Château Cheval Blanc, Château La Dominique und Château Figeac in der Gemeinde Saint Èmilion. Am rechten Ufer wird der Cabernet Franc oft als unverzichtbare „Würze“ für die Cuvées eingesetzt.

An der mittleren Loire finden sich die bekanntesten Cabernet Franc Winzer in den Gemeinden ChinonBourgueilSaint-Nicolas-de-Bourgueil und Saumur-Champigny mit kreidigen Tuffstein-Kalkböden. Zu den bekanntesten Vertretern zählen sicherlich die Domaine des Roches Neuves, die Domaine du Collier, die Domaine La Folie Lucé, die Domaine Clos Rougeard, die Domaine des Closiers, die Domaine Filliatreau und die Domaine Andrée in Anjou – allesamt Saumur Champigny/Anjou. Hinzu kommen die Domaine Philippe Alliet, die Domaine Charles Joguet und die Domaine Domaine de Pallus in Chinon, sowie noch einige andere Betrieben. Diese Ergebnisse erzielte das das Meininger Sommelier Magazin bei einer Verkostung im Jahr 2024. Meininger berichtet von dieser Cabernet Franc Degustation und lässt einen ausgewiesenen Fachmann zu Wort kommen: „Einer, der die Sommellerie seit Langem mit Loire-Cabernets versorgt und die Entwicklung genau kennt, ist Bernd Kreis. Der Stuttgarter Routinier steuerte schon beim letzten Cab-Franc-Artikel in meiningers sommelier 2017 seine Expertise bei und sagte damals: „Nach 25 Jahren intensiver Beschäftigung mit Cabernet Franc und dem Anbaugebiet Loire behaupte ich, dass es eine der am gröbsten unterschätzten Rebsorten ist.“ Heute, mehr als sieben Jahre später, hat sich die Situation aus seiner Sicht verändert. „Das Nischendasein der Cabernet Francs von der Loire ist inzwischen Geschichte. Dank des dauerhaft hohen Qualitätsniveaus und der ausreichenden Verfügbarkeit sind die Roten der Loire auch bei ganz normalen Weinfreunden im Gespräch. Ich denke, dass die Loire-Cabernets zurzeit von der Marktschwäche der Bordeaux-Weine ebenso profitieren wie von den hohen Burgund-Preisen. Schließlich findet man beide Stile, zum einen die filigranen Cabernets mit burgunderähnlicher Finesse, zum anderen die robusten Vertreter als Bordeaux-Alternativen“, resümiert er.

Ein Schatz unter den Reben – eine unglaubliche Entdeckung!
Als Paul Filliatreau 1990 dieses kleine Weingut mit 6 Hektar Rebfläche erwarb, ahnte er nicht, was sich dort verbarg… Unter Brombeersträuchern und Rebwurzeln kam in Turquant bei Saumur die historische Stätte „La Grande Vignolle“ zum Vorschein. Am Hang erheben sich ein herrschaftliches Wohnhaus, ein Taubenschlag und die Weinkeller. Das Ensemble erstreckt sich über eine 150 Meter lange Fassade, direkt am Ufer der Loire. Dieser Ort steht sowohl für ein architektonisches als auch ein weinbauliches Erbe. Eingebettet zwischen den Weinbergen am Hang, überragt er den Deich der Loire und hinter seiner Fassade verbirgt sich ein echtes Erlebnis: Ein Teil der Gebäude liegt im Inneren des Tuffsteins. 

Paul Filliatreau setzt seine Überzeugungen in die Tat um. Er hat die Produktion des Familienbetriebs auf Qualität ausgerichtet, war die treibende Kraft und der Botschafter der Appellationen Saumur und Saumur Champigny und hat sich zudem für die Umstellung des heute 45 Hektar großen Weinguts auf biologischen Anbau eingesetzt. Mit dem Jahrgang 2022 wurde die logische Weiterentwicklung zur Biodynamie vollzogen.

Im Herzen der Appellation bringen 50 bis 110 Jahre alte Reben einen Wein hervor, der in einem langsamen Verfahren vinifiziert wird. Diese lagerfähige Cuvée zeichnet sich mit ihrer Typizität durch einen langen Nachhall und entsprechendes Potential aus. Ein kraftvoller Wein, der relativ jung getrunken werden kann, sofern man ihn mehrere Stunden im Voraus öffnet und zwecks Sauerstoffzufuhr dekantiert. Nach 3 bis 4 Jahren in der Flasche entfaltet er sein volles Potenzial und kann 10 bis 15 Jahre im Keller gelagert werden. Serviertemperatur: 15 °C.

Wo?
wineBANK Köln, Sedanstraße 2, 50668 Köln

Wer?
Weinakademiker, DipWSET Studenten, wineBANKER, Sommeliers, Händler und Weinfreaks

Das Kleingedruckte:
Weinakademiker zahlen € 59, DipWSET Studenten, Sommeliers, Vinissima und wineBANKER € 79 und alle anderen Teilnehmer € 89 inkl. Wein, Gerolsteiner Mineralwasser, als Apero zweierlei prickelnde Saumur brut von Bouvet Ladubay aus der Magnum-Flasche sowie einem kleinen Imbiss während der Verkostung.

Wann?
Sonntag, 19. April 2026 => 14.00 – 18.00 Uhr. Einlass ab 13.30 Uhr.

Stornogebühren:
Stornierung kostenlos bis zum 7.4.2026. Danach fallen die vollen Kosten an oder Ihr müsstet Euch gegebenenfalls um einen „Ersatz-Verkoster*In“, der/die Euren Platz einnimmt, kümmern.

Stand: 27.3.2026 | Christina Fischer

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