Weinakademiker aufgepasst!
Endlich: Die erste WA-Masterclass!
Auftakt zu einer rotierenden Veranstaltungsserie, der alle Weinakademiker animieren soll, künftig gebietsweise einen hochwertigen Jahres-Event zu organisieren, bei dem sich die Clubmitglieder zwecks Austausch und Weiterbildung treffen.
Der “Weinakademiker” ist übrigens kein akademischer Titel, sondern die konsequente Bezeichnung der Weinakademie Österreich, die vor über einem Jahrzehnt einen Namen für die deutschsprachige Ausbildung des bis dato britischen “Diploma in Wines and Spirits” suchte.
“In Kooperation mit dem britischen “Wine & Spirit Education Trust” werden im DIPLOMA von hochkarätigen Lektoren (darunter etliche Masters of Wine) die Weine, Weinbauländer und Märkte der Welt präsentiert. Den Abschluss dieses DIPLOMA bildet die Graduierung zum Weinakademiker. Sie ist auch Qualifikation zur Aufnahme in den “Master of Wine”-Kurs, der weltweit renommiertesten Ausbildung im Weinbereich.”
http://www.weinakademie.at/diploma.php
Weinakademiker bleibt dran! Ihr habt zwar das Diploma in der Tasche aber in einer immer komplexer werdenden Weinwelt ist permanente Weiterbildung für Winzer, Weinhandel und Gastronomie unumgänglich: Neue Weinbauländer und Produzenten, neue Märkte und Konsumenten, neue Technologien, Problem- stellungen und neue Weine – das Tempo ist atemberaubend. Die Masterclass auch! Deshalb schnell anmelden!
Take a walk on the ORTSWEIN side…
Ortswein-Preview & WEINPARCOURS® Rheinhessen
Wann: Samstag, 27. April 2013 | 14 – 17 Uhr
Wo: Kurfürstliches Schloss Mainz
Der WEINPARCOURS® Rheinhessen bringt es auf den Punkt!
Was ist eigentlich ein Ortswein? Und ist der Boden auf dem die Reben wachsen oder das sprichwörtliche Terroir überhaupt „schmeckbar“? Wir sagen ja! Begeben Sie sich auf einen Lehrpfad: Der WEINPARCOURS® Rheinhessen zeigt, wo‘s lang geht.
Rheinhessen zeigt Profil!
Grosse Gewächse und ihre Lagen sind fest etabliert aber wie steht es um den Mittelbau der VDP-Klassifikation? Rheinhessen setzt seit dem Jahr 2008 geschlossen auf eine klar strukturierte und verständliche 3-Stufigkeit. Die jungen Talente der rheinhessischen Winzerszene haben diese zukunftsweisende Chance klar erkannt und umgesetzt.

Take a walk on the ORTSWEIN side
Viele rheinhessischen Winzer haben sich in den letzten Jahren für das dreistufige Klassifikationsmodell (Gutswein-Ortswein-Lagenwein) entschieden, welches auf dem Gutswein basiert und den Ortswein darüber stellt – sozusagen als Nachfolger der trockenen Spätlese. Ortsweine sind bei kundigen Weingenießern heiß begehrt, weil sie das hochwertige Bindeglied zwischen süffigen Gutsweinen und raren Lagenweinen darstellen. Aufgrund dieser Wertigkeit können Ortsweine, die einem klaren Qualitätsprofil unterliegen, ihre Herkunft nachvollziehbar transportieren. Erleben Sie diese Vision in einen interaktiven Wein-Entdeckungsraum in aufeinander aufbauenden Themenbereichen, die das Prinzip der VDP-Klassifikation und des daran angelehnten rheinhessischen Profils systematisch veranschaulichen.
Der Hintergrund
Im WEINPARCOURS® Rheinhessen werden die wichtigsten Fragen kurzweilig und nachvollziehbar umgesetzt. Anhand von graphisch gestalteten Tafeln wird der Besucher systematisch durch den WEINPARCOURS® Rheinhessen geführt, bewegt sich frei und selbstständig. Gespräche und Diskussionen sind erwünscht und finden aufgrund der spannenden Thematik und der klaren Anordnung automatisch statt.
Die Logik
Zu jedem Thema sind exemplarisch spezifische Weine ausgesucht und können individuell verkostet werden. Die Verkostungsbeispiele geben Persönlichkeit und Charakter des Winzers und seines Weines wieder. Diese „Fingerprints“ berichten schmeckbar über ihre Herkunft und Stilistik, der sie zugeordnet sind.
Die Stationen
· 3-stufige VDP-Klassifikation – stufenweise nachprobierbar
· Rheinhessen zeigt Profil– stufenweise nachprobierbar
· Das Terroir der Ortsweine – in schmeckbarer Übersetzung
· Bodenprofile – Stein für Stein begreifbar
· Jung & Gereift
ORTSWEIN PREVIEW & WEINPARCOURS® Rheinhessen | 27.4.2013 | 14-17 Uhr | Kurfürstliches Schloss Mainz | Registration: www.rheinhessen.de only professionals!
Auf den Punkt gebracht: der WEINPARCOURS® Rheinhessen – ein kurzweiliger Lehrpfad gleichsam für Weingenießer, Kenner und Profis!
Wein gut – alles gut
Winestyle 2013 in Hamburg
Hamburg 2/2013. Die Erfolgsgeschichte wird fortgeschrieben. Auch die sechste WineStyle, die vom 8. bis 10. Februar in den komplett ausgebuchten Deichtor-hallen stattfand, war gut besucht. Rund 4.000 Weinfreunde aus Hamburg und Umgebung hatten sich auf den Weg gemacht, um ihren Wissensdurst zu stillen und aus vielen hundert Weinen ihre persönlichen Favoriten zu erschmecken.
Unter den über 100 Ausstellern, die schwerpunktmäßig aus Deutschland kamen, waren auch viele „Wiederholungstäter“. Gleiches gilt für die Messe-Besucher. Ein Grund zur Freude für den Veranstalter, denn nur zufriedene Menschen kommen wieder. Dass unter den Gästen auch viele junge Weinfreunde waren, darauf ist das Messeteam besonders stolz. Begeisterung auf der ganzen Linie gab es für die hochkarätig besetzten Seminare und Weinworkshops. Aber Zurücklehnen ist Erik Kohlers Sache nicht. Schon „spinnt“ er wieder neue Ideen und sagt: „Alles ist im Fluss. Wir dürfen nicht einfach nur mitschwimmen. Wir müssen schon vorher im Ziel sein“. Für die kommende WineStyle bedeutet das: Es bleibt spannend an der Hamburger Weinfront. Mit seiner Firma WMS Weinevents & Marketing Services GmbH ist Erik Kohler auch für dem Erfolg der „Wein am Main“ in Frankfurt zuständig, die vom 20. bis 21. April bereits zum achten Mal in der Mainmetropole an den Start geht. WMS Weinevents und Marketinervices GmbH | anfrage@WineStyle.de | www.WineStyle.de
Champagner-Preis 2012 geht an Teufelsgeiger David Garrett
Sowas kann nur im hohen Norden passieren… eine Preisverleihung am Rosenmontag! Für Kölner unvorstellbar! Stargeiger David Garrett erhält den Champagne-Preis für Lebensfreude. Hamburg / Stuttgart, 11. Februar 2013
Der Geigenvirtuose David Garrett ist eine Persönlichkeit, die sich in besonderem Masse um die Lebensfreude in Deutschland verdient macht. Dies ist die Meinung der Jury des Champagne-Preises für Lebensfreude und vergibt die Auszeichnung heute in Hamburg an den 32-jährigen Musiker. Er ist damit der fünfzehnte Preisträger und wahrscheinlich der erste, dem dieser “Orden” am Rosenmontag verliehen wird…
„Mit seinem erfrischend unkonventionellen Zugang zu klassischer Musik hat David Garrett in zahllosen Menschen die Begeisterung für eine Musik geweckt, die oft als schwierig oder elitär gilt. Obschon David Garrett pure Lebensfreude ausstrahlt, die sich durch seine Musik ganz direkt auf die Zuhörer überträgt. Wie Champagne verbindet seine Musik Traditions-bewusstsein mit modernem Zeitgeist”, so Günter Schöneis, Jury-Mitglied und Initiator des Preises. David Garrett ist ein Ausnahmetalent: Im Alter von vier Jahren beginnt er das Violinenspiel. Mit zehn Jahren hat er seinen ersten Auftritt mit den Hamburger Philharmonikern. Im Alter von 20 Jahren schreibt sich der Geiger an der Juilliard School in New York ein, um sein Geigenspiel weiterzuentwickeln und neue musikalische Welten zu erschließen. Er ist Student der Meisterklassen von Itzhak Perlman und Isaac Stern. 2004 schließt er mit dem Doppeldiplom in Violine und Komposition ab. Nach den Universitätsjahren entwickelt der kreative Violonist einen eigenen Stil: Er beginnt moderne Stücke und Stilrichtungen mit der Geige zu interpretieren, arrangiert sie neu, übersetzt sie in die Sprache seines Instruments und inszeniert sie später in fulminanten Shows auf der Bühne.
Meine Frage an dieser Stelle: Wann hat der Teufelsgeiger seinen ersten Schampus getrunken? Welche Sorte, wann, wo, wie war es? Und welche Rolle spielt das wunderbar Prickelnden in seinem Leben?
Den Preisträger wählte eine unabhängige Jury. Dieser gehören folgende Persönlichkeiten an: Prof. Dr. phil. Gertrud Höhler, Kai Diekmann, Alain Fion, Prof. Dr. Hellmuth Karasek (Präses), Manfred Kohnke, Günter Schöneis (Initiator), Thomas Schröder und Prof. Dr. Helmut Thoma.
Die Preisträger der Vorjahre:
2012
Michelle Hunziker. Heiterkeit und Lebensfreude sind die Markenzeichen der charmanten Moderatorin und Schauspielerin.
2011
Jan Josef Liefers erhielt für seine schauspielerische Klasse und Vielfalt unter anderem den Bayerischen Filmpreis, den Adolf-Grimme-Preis und den Bambi. Seine sicherlich erfolgreichste Rolle ist die des Tatort Rechts-mediziners Prof. Karl-Friedrich Boerner.
2010
Max Raabe verzaubert sein Publikum mit Liedern von verblüffend ernsthafter, heiter-melancholischer Leichtigkeit.
2009
Barbara Schöneberger spielt auf der Bühne alle Trümpfe aus: Witz, Sex-Appeal znd Charme.
2008
Hape Kerkeling steht für anarchischen Witz, situativen Wagemut und Spürsinn für gesellschaftliche Konfliktzonen.
2007
Kardinal Lehmann versteht es wie kein anderer, die Freude als zentrale Botschaft des Evangeliums in den Alltag zu tragen, fromm ohne zu frömmeln, fröhlich und seriös.
2006
Franz Beckenbauer. Seine sportliche Fairness, sein Witz und sein Charme sind legendär.
2005
Thomas Gottschalk, der es als erfolgreicher deutscher Entertainer und Schauspieler wie kein anderer geschafft hat, alle Generationen anzusprechen und zu erfreuen.
2004
Prof. Ludwig Güttler, der „König der Trompete“, für seine Tatkraft und Zuversicht, der als einer der Hauptpromotoren für den Wiederaufbau der Frauenkirche in Dresden gilt
2003
Maybrit Illner für Frische, Klarheit, Natürlichkeit, Lebendigkeit und Humor im politischen Dialog.
2002
Katja Kessler für ihre BILD-Kolumne und Götz Alsmann für die WDR-Sendung „Zimmer frei“.
2001
Ludo Graham für seine Geo-Reportage „Die Kraft des Lachens“.
2000
Axel Hacke für sein „Tagebuch im SZ Magazin“.
1999
Norbert Körzdörfer alias „David Blieswood“ für seine Lebensart-Kolumne in der „Welt am Sonntag“.
Côtes de Bourg PreTASTING
Hier wurden die Weine für die Münchner Côtes de Bourg Workshops ausgesucht:
Die GENUSSWerkstatt hatte zur Vorprobe der Côtes de Bourg Weine geladen: Anke Kürschner, Wein&Wasser; Dirk Palicki, Weinhandlung Südhang; Klaus Simon, Journalist; Melanie Panitzke, Somelière Wein am Rhein und Christina Fischer, GENUSSWerkstatt.

Spannende Entdeckungen
Für die Teilnehmer eine extrem spannende Probe, weil das Gebiet “Côtes de Bourg” eine wirkliche Entdeckung für Bordelaiser Gewächse mit sehr guter Preis-Leistung ist. Man muss sich allerdings ein bisschen Zeit nehmen, die Vielzahl der Weine in Ruhe probieren, Philosophie und Winzer kennenlernen. Das Resümée ist großartig, denn mit entsprechendem Verkostungseinsatz gibt’s hier für Weinhändler und Gastronomen viel zu holen. Weinhändler Laut Weinhändler Dirk Palicki geht: “der Trend geht ganz eindeutig in Richtung leichtere Rotweine”. Viele seiner Kunden mögen nicht mehr mit Alkoholwerten von über 14,5 Volumenprozent konfrontiert werden. Allerdings war die Trauben-reife der gerade mal 3.900 Hektar großen Sateliten-Appellation Côtes de Bourg in den Jahren 2009 und 2010 auch nicht ohne, was bei manchem Wein für eine wesentlich höhere Alkoholausbeute als in vergleichbar kühleren Jahrgängen gesorgt hat.
Cuvée oder Einzelgänger
Die Rebstöcke der Côtes de Bourg stehen mehrheitlich auf sandigem Lehm, je nach Lage mit Kieselsteinen oder Kalk durchmischt, und blicken auf dasgegenüberliegende Anbaugebiet Margaux. Im Gegensatz zur aristokratischen “Halbschwester” hat hier mit gut zwei Drittel Anteil eher die Rebsorte Merlot die Nase vorne. Mit Cabernet Sauvignon, Petit Verdot, Cabernet Frank oder Malbec entsteht je nach Betrieb die passende Assemblage. Wobei mittlerweile auch interessante “Individualisten” aus einer einzelnen Rebsorte entstehen. Die Winzer der Côtes de Bourg rufen in einer besonderen Verkostungszone zu einem lehrreichen “Mitmach-Workshop” auf: Hier können Sie die Einzelgänger des Jahrgangs 2012 als Fassproben degustieren und anschließend sogar eine Cuvée nach Ihren eigenen Vorstellungen zusammenstellen.
In jeder Lebenslage
Der fließend franzöisch sprechende Journalist Klaus Simon verbringt gut ein Drittel des Jahres in Frankreich, kennt Land und Leute. Einen unserer süffigsten Favoriten bezeichnet er liebevoll augenzwinkernd als “Vin de soif!”. Während die Sommelière Melanie Panitzke dagegen eher praxisbezogen verkostet, sie überlegt schon mal, was sie zu dem ein oder anderen Côtes de Bourg-Typ als passende Begleitung servieren würde: “Beispielsweise ein scharf angebratenes Entrecôte mit Röstaromen.” Uns läuft das sprichwörtliche Wasser im Mund zusammmen…
Das Entrecôte gab es leider nicht, obwohl wir uns das nach der Verkostung von drei Duzend Côtes de Bourg Weinen gut hätten vorstellen können! Dafür aber reichlich Baguette, gesalzene Butter, Trüffelsalami, reifen Comté, Walnüsse, mittelkräftigen Morbier und noch ein paar andere Köstlichkeiten. Das Ergebnis und die passenden Allianzen können Sie übrigens am 19.2.2013 in München mit Christina Fischer gemeinsam probieren. Wer Zeit und Lust hat, kann sich also noch zu den Workshops anmelden:
http://www.fischers-wein.com/fileadmin/user_upload/Veranstaltungen/Weit_weg/Einladung_E-Mail_light.pdf
So sexy kann Wein sein…
Die sechste Weinstyle in den Deichtorhallen Hamburg!
Doch was wäre die WineStyle ohne ihr Rahmenprogramm, das diesmal garantiert aus dem Rahmen fällt. Neben über 100 Ausstellern, die schwerpunktmäßig aus Deutschland, stammen, kommen erstmalig auch ein Dreigestirn nach Hamburg, das an Weinbegeisterung und Weinwissen kaum zu überbieten ist: Gastronomin und Sommelière Christina Fischer,
Weinkritiker und Promi-Autor Stuart Pigott und Weinfachmann Dr. Rolf Klein, der den WineStyle Fans gut bekannt ist. Ihre Weinworkshops und -seminare, die das Genussmittel Wein frisch, fröhlich und ein bisschen frech unter die Lupe nehmen, sind Publikums-Magnete, denn sie haben Erlebnischarakter. Das ist Motto ist: „Learning by Tasting“ , dass macht Spaß und ergibt Sinn – einfach erfrischend anders.
Sie wollen mehr wissen? Dann klicken: http://www.ganz-hamburg.de/stadtleben/wein-6-0-in-den-deichtorhallen-die-sechste-winestyle-im-februar.html
Grüne HOCHSCHULE Geisenheim
Fusion von Forschung und Lehre
[...] In der Gründungsphase sei ein erhebliches Maß an interner Integration und Umorganisation erforderlich, sagt Schultz. Der bisherige Direktor der Forschungsanstalt hält sich weiter an den Wahlspruch seiner Neujahrsgrüße: „Die Meisten sagten: Das geht nicht. Dann kamen welche, die wussten das nicht und haben’s gemacht.“ [...]http://www.wiesbadener-tagblatt.de/region/rheingau/geisenheim/12717754.htm
Weinakademiker Riesling Kontest 2012
„Österreich trifft Deutschland“
Anlässlich eines konspirativen Treffens des Clubs der Weinakademiker Deutschlands wurden abschließend in einem Riesling-Kontest zehn Trouvaillen beider Länder „blind“ in 2er Flights oder auch solo serviert. Insgesamt wurde recht heterogen degustiert. Grundsätzlich war es den Verkostern eher möglich den Jahrgang als die Herkunft zu ermitteln. Der jeweilige Jahrgangs-Charakter maskierte, je nach Intensität, teilweise recht deutlich die Herkunft. Wobei Botrytisnoten sowie ein spürbarer Alkoholeinfluss eher verräterisch für den ein oder anderen Österreicher waren. Allgemeines Fazit: Eine hoch interessante Probe, die uns alle wieder auf den Boden der Tatsachen zurück gebracht und deutlich gemacht hat, dass den Weinakademikern das regelmäßige Training der Diploma-Kurse fehlt… ;o)).
1. Flight:
2003 Riesling Smaragd „Wachstum Bodenstein“, Prager, Wachau
Verhaltener Aprikosenduft, Haselnuss, gebrannte Mandeln und dezente Kräutrigkeit. Am Gaumen leicht ölig, relativ wenig Säure aber angenehme Fruchtpräsenz. Alkohol (13,5 Volumenprozent) spürbar, dennoch dicht, kraftvoll, würzig und etwas phenolisch in der Länge. Sicherlich kein Terrassenwein, aber ein guter Essensbegleiter, der besonders gut mit etwas kräftigeren Speisen, wie mit Ricotta gefüllte Ravioli, Salbei-Gnocci geht aber sicherlich auch mit einem gebratenes Kalbskotelett in Wirsingbegleitung etwas mehr Freundlichkeit in Form von Fruchtaromen präsentieren würde. Von Anja Vondenhoff in nur drei Minuten als Wein aus einem „heißen Jahr“ erkannt und richtig als 2003 beschrieben.
Bewertung: **
2003 Kirchenstück Riesling, Bassermann-Jordan, Pfalz (Magnum)
Ausdrucksvoller Duft, reife Aprikosennoten, lebhafte Zitrusaromen, erfrischende Säure und sanfter Schmelz. Trocken, aber Restzucker im oberen Bereich. Durch den heißen Jahrgang bedingte, phenolische Noten, die dem Riesling Struktur geben. Alkoholgehalt mit 13 Volumenprozent gut eingebunden. Mittlerer Körper, für den Jahrgang sehr balancierte Länge, anregende Bitterkeit im Nachhall. Von den meisten Verkostern aufgrund der Fruchtigkeit und leicht spürbaren Fruchtsüße als deutscher Riesling identifiziert aber nicht dem heißen Jahrgang 2003 zugeordnet.
Bewertung: ****
2. Flight:
2000 Riesling Smaragd „Wachstum Bodenstein“, Prager, Wachau
Recht dunkle, goldgelbe Farbe. Intensiver, würziger Duft, feuchtes Laub, Honignoten, Apfelkompott, Rosinen, Botrytis. Am Gaumen angenehme reife und firne Noten, spürbare Süße, viel Honig, straffe Säure aber auch Schmelz. In der Länge etwas austrocknend, adstringierend. Insgesamt balanciert aber aufgrund des Jahrgangs und der intensiven Botrytis auch etwas anstrengend. Alkohol blitzt in der Länge etwas zu sehr auf (13,5 Volumenprozent).
Bewertung: *
3. Flight:
2002 Riesling Reserve, Nigl, Kremstal
Dunkles Gelb mit goldenen Reflexen, intensiver, recht reifer Duft, Herbstlaub, Quittenkompott, Honig, am Gaumen relativ reif, Apfelmost, ein Hauch Vanille, zarte Fruchtsüße, gepaart mit belebender Säure und süffigem Schmelz und sanfter Firne. Mittlerer Körper, relativ vielschichtige, eine Spur oxidativ aber insgesamt angenehm reif und harmonisch. Am besten zu einer geschmorten Rehkeule mit Rotkohl und Birnenkompott servieren, das würde diesen Riesling auf natürliche Weise erfrischen und ihm belebende Struktur und Eleganz verleihen.
Bewertung: **
2002 Goldloch Riesling GG, Schlossgut Diel, Nahe
Sanfte Firne, zurückhaltender, sehr fruchtgeprägter Duft. Am Gaumen anregende Säure, sanfte Frische und Lebhaftigkeit, reife Pfirsich- und Apfelaromen, etwas Petrol und zarte Nussigkeit. Mittlerer Körper, harmonisch, angenehm gereift. In seiner Art vielschichtig mit angenehmer Länge und mittlerem Potential. Kann Sauerstoff vertragen und zeigt sich selbst nach zwei Tagen noch relativ präsent.
Bewertung: ***
4. Flight:
2005 Mauerwein Riesling Grosses Gewächs, Schloss Neuweiher, Baden
Zurückhaltender Duft, leichte Firne, feuchtes Laub, flankiert von eher reifer Fruchtaromatik, Melone, Mirabelle und Aprikose Am Gaumen angenehme Frische, leichte Zitrusnoten, extreme Saftigkeit und köstlicher Schmelz. Alkoholgehalt von 13 Volumenprozent bestens eingebunden. Mit etwas Sauerstoff noch präsenter. Die Reife schwindet am Gaumen und macht erfrischender Lebhaftigkeit, anregenden phenolischen Noten und langanhaltendem Nachhall Platz. Struktur und Potential. Von KEINEM der anwesenden Verkoster als Deutscher und erst recht nicht als badischer Riesling erkannt. Kompliment!
Bewertung: ****
5. Flight:
2001 Riesling Smaragd „Wachstum Bodenstein“, Prager, Wachau
Etwas puristischer, sehr klarer Duft, zurückhaltende Fruchtaromatik, Apfelschalen, ein Hauch Quitte, Mandeln, am Gaumen feinfruchtiger Schmelz, zarte, elegante Saftigkeit, trocken, angenehm cremig mit lebhafter, erfrischender Säure, mittlerem Körper, mit 13 Volumenprozent gut balanciert, dicht. Das wahre Potential dieses Rieslings gibt sich allerdings erst nach einigen Stunden Sauerstoffzufuhr so richtig zu erkennen. Enorme Frische, anregende, phenolische Noten, die für zusätzliche Struktur, präsente Fruchtaromen und scheinbar endlose Länge sorgen. Ein großer Riesling mit pikanter Säure und guter Spannung.
Bewertung: *****
2001 Hochheimer Hölle Riesling Auslese trocken, Künstler, Rheingau
Dunkles Gelb, golden bis bernsteinfarbende Reflexe, extrem reife Nase, Karamell, Kaffee, phenolische Noten. Am Gaumen gereifte Fruchtsüße, Apfelkompott und prägnante Säure. Alkohol mit 12,5 Volumenprozent sehr gut eingebunden. Mittlerer Körper, deutliche Reife, deutlich zu weit entwickelt (Verschluss: Kunststoffkork). Aber auch dieser Riesling hat mit Sauerstoffeinfluss deutlich gewonnen. Klarer Fall für ein passendes Essen: Ein Apfelkuchen mit einen nicht zu süßen Mürbteig, das Kölner Nationalgericht „Himmel un Ääd“ mit gebratener Blutwurst, Kartoffelpüree und Apfelkompott oder eine erfrischender Partnerschaft mit einem knusprigen Gänsebraten in Begleitung von einem Bratapfel.
Bewertung: ***
6. Flight:
2004 Riesling “Privat”, Nigl, Kremstal
Sanfter, etwas zurückhaltend in der Fruchtaromatik. Leicht staubig, eine Idee Bohnerwachs, Gemüsebrühe und Apfelnoten. Am Gaumen zart, tänzerisch, trocken mit erfrischend anregender Säure und kühler Frische. Wenig Schmelz, klar, zurückhaltend in der Fruchtausprägung. Eher von Säure und phenolischen, astringierend wirkenden Noten geprägt. In der Länge legt sich der Alkoholgehalt von 13,5 Volumenprozent ein wenig zu präsent auf die Zunge und blockiert erfrischende Fruchtaromen. Die Verkoster sind ob der Herkunft dieses Weines verwirrt, es fällt ihnen sichtlich schwer, diesen eher neutralen Riesling einem Anbaugebiet und einem Land zuzuordnen.
Bewertung: ***
2004 Heerkretz Riesling GG, Wagner Stempel, Rheinhessen
Ausdrucksvoller, angenehmer reifer Duft, Pfirsich, Mirabelle und lebhafte Zitrusaromen. Am Gaumen erfrischende Anmutung, sanfter Schmelz und Potential. Trocken, prägnante Säure, die in Schmelz und Saftigkeit verpackte Fruchtaromen mit extremer Lebhaftigkeit versorgt. Vielschichtig, strukturiert und tiefgründig. Eine Spur alkoholgeprägt aber mit anregender Süffigkeit und köstlichem Nachhall bestens balanciert. Neben Wachstum Bodenstein 2001 der unbestrittene Tagessieger unsers Riesling-Kontests! Mit knapp 10 Lenzen immer noch äußerst lebhaft und expressiv.
Bewertung: *****
Eine bemerkenswerte Reise duch die erste Dekade des letzten Jahrzehnts, die eindeutig beweist, dass beide Länder trotz der teilweise recht widrigen Bedingungen über ein enormes Potential an spannungsgeladenen Riesling Weinen verfügt. Der Riesling Kontest hat das erste Treffen des im Oktober freiwillig gebildeten Arbeitsausschusses „Quo Vadis Weinakademiker“ deutlich beflügelt sowie die zwischendurch hohen Wogen sanftmütig geglättet.
Fazit dieses gelungenen Treffens war jedenfalls, dass dem Club der Weinakademiker Deutschlands eine Reanimation durch gemeinsame Gedanken, zukunftsorientierte Gespräche und knackige Visionen ebenso gut tut wie das „Reset“ der anschließenden Blindprobe, die wunschgemäss alle Teilnehmer in die gleiche Ausgangsposition gebracht hat. Für das Jahr 2013 sind neben einem „Weinakademiker-Intensiv-Workshop“ mehrere individuelle Aktivitäten geplant, die von einzelnen Weinakademikern und regionalen Gruppen in eigener Regie umgesetzt werden sollten.
Also liebe Weinakademiker, es wird Zeit, dass ihr Euch mal wieder aufrafft und Euch unseres Netzwerkes besinnt, das in den letzten Jahren ein wenig eingerostet ist… der Arbeitsausschuss „Quo Vadis Weinakademiker“ freut sich über Eure Anregungen und vor allem über Euer Engagement in Form von kreativer Mitarbeit. Ein Club ist nur so gut wie seine Mitglieder!
Alljährlich voller Spannung erwartet…
Der Gault Millau WeinGuide Deutschland 2013
Im Jubiläumsjahr wartet Herausgeber Joel Payne mit echten Superlativen auf. In einer dreistündigen Präsentation wird der 20. Jahrgang des WeinGuide gefeiert, 23 Ehrungen vorgenommen, ebenso viele Laudationes sowie die unermüdliche Arbeit der Verkoster und des akribischen Schlussredakteurs Gerhard Benz gewürdigt. Auf knapp 30 Personen ist der Kreis der Gebietsverantwortlichen, ihrer Mitverkoster und des Redaktionsteams angewachsen. 1.080 Weinerzeuger wurden bewertet und über 12.500 Weine verkostet. Nicht mehr zur Sprache kamen allerdings die im Vorfeld angekündigten, zusätzlich nominierten Titelanwärter, die im Herbst über den Ticker rollten. Erstmals wurden in einerPressemitteilung vergleichbar einer Oskar-Verleihung gleich drei zum „Winzer des Jahres“ nominierten Weinmacher genannt. Wer weiß wofür es gut war, denn teilweise wussten die Betroffenen selber nichts von ihrem Glück.
Der WeinGuide 2013 ist ein handliches Taschenbuch, welches in den letzten 20 Jahren kontinuierlich an Informationsfülle gewonnen aber mit der Jubiläumsausgabe an Buchstatus verloren hat. Das Papier ist hauchdünn, die Schrift minimalistisch, das Lesebändchen verschwunden. Ein 3,4 Zentimeter dickes Taschenbuch, bei dem schon beim ersten Blättern der Einband verknickt. Ob das mit den steigenden Kosten, der jährlichen Vergänglichkeit oder dem Computerzeitalter zu tun hat wird nicht erwähnt. Zur Ehrenrettung sei hier gesagt, dass auch der Michelin im Taschenbuchformat erscheint.
Auf den Inhalt kommt es an! Stimmt! Und der ist nach wie vor sehr kompetent. Ein informatives Nachschlagewerk, das jeder Weinfreak trotz Internet auf seinem Schreibtisch oder in nächster Reichweite hat. 1995 wurde das Werk vom damaligen Winzer des Jahres, Dr. Carl-Ferdinand von Schubert, schmunzelnd als unverzichtbares Telefonbuch der Deutschen Winzerschaft beschrieben. Damals, das Internet war noch nicht so präsent, rief seine Aussage so manch verlegenes Gesicht und herzliche Lacher hervor. Aber eigentlich ist es so bis heute geblieben. Die ein oder andere Kategorie ist hinzugekommen, die ehemals süffigen Schoppenweine werden jetzt zeitgemäß in „Literweine“ und “Gutsweine“ unterteilt. Begrüßenswert ist die neue Kategorie „leicht und trocken“, denn das könnte ein echtes Alleinstellungsmerkmal Deutschlands sein. Allerdings vermissen wir die herrliche Fotogalerie, die bildhaft die Entwicklung der Preisträger der letzten 20 Jahre protokollierte.
Aber was wäre der WeinGuide ohne die Winzer und ihre Weine? Los geht’s:
Ehrung 1 – Winzersekt brut
2002 Chardonnay Prestige brut Blanc des Blancs, Raumland, Rheinhessen aus der Magnumflasche “Hervorragend, dass ein deutscher Winzersekt mit 95 Punkten bewertet wurde, denn das bekommen ja sonst nur die Weine der Champagner”, bedankte sich Volker Raumland bei der Jury.
Ehrung 2 – Spätburgunder 2010
Ehrung 3 – Spätburgunder „10 Jahre danach“
Ehrung 4 – Schnäppchen Rotwein
Bernhard Huber, Winzer des Jahres 2008, feiert in diesem Jahr sein 25jähriges Jubiläum. Das nahm Otto Geisel zum Anlass, um augenzwinkernd anzumerken, dass Witzigmann nach 25 Jahren als Koch des Jahrhunderts gewählt wurde. „Wolfram Siebeck ging damals noch weiter, er unterteilte das kulinarische Umfeld Deutschlands in eine Zeit vor Witzigmann und in die Zeit nach Witzigmann. So hat Bernhard Huber dem deutschen Spätburgunder eine neue Ausrichtung verliehen: er ist Vorreiter eines eleganten, feinfruchtigen, sehr subtilen Stils. Verkörpert von seinem Wildenstein 2010.“ Eine Entwicklung, die von dem Siegerwein der „10 Years After“ Verkostung eindrucksvoll bewiesen wurde. Auch hier ist Huber ganz vorne: Gewonnen hat sein Spätburgunder 2002 „R“. Damals eine Cuvée seiner besten Fässer und Lagen. Seit 2004 werden die Weine als Grosse Gewächse mit ihren Lagennamen benannt, einzeln ausgebaut und gefüllt. Bernhard Huber freut sich, dass es nun amtlich scheint und „Wildenstein“ ebenfalls den Status eines Lagenweins bekommt. Nicht genug oder eigentlich die größte Ehre, Huber gewinnt auch die Schnäppchen Kategorie “Rotwein“. Sein „kleiner“ Spätburgunder räumt diesen Preis nicht nur zu Recht ab sondern sucht mit 65 hl Ertrag und entsprechender Qualität auch seines Gleichen.
Ehrung 5 – Weißer Burgunder
In der Spitze wurden die Burgundersorten früher meist von Baden gestellt. Seit einigen Jahren werden die Karten neu gemischt, die Pfälzer Weißburgunder ins Spiel. In diesem Jahr wird das Siegerpodest gleich von drei Südpfälzer Betrieben mit stolzen 94 Punkten besetzt. Unerwarteter aber berechtigter Sieger ist der Weißburgunder Kalmit von VDP-Debütant Boris Kranz, der in diesem Jahr mit vier Trauben ausgezeichnet wurde!
Ehrung 6 – Riesling trocken
Traurig und gleichzeitig freudig berichtet Bettina Bürklin, dass der kürzlich verstorbene Kellermeister Fritz Knorr den Pechstein 2011 bereits zu Beginn des Jahres als besten trockenen Riesling der gutseigenen Grand Crus bewertet hatte. „Über diese Auszeichnung hätte er sich sicherlich sehr gefreut.“ Ein kraftvoller, äußerst mineralisch zupackender Riesling mit schier unendlichem Nachhall.
Ehrung 7 – Riesling trocken „10 Jahre danach“
Ehrung 8 – Gutswein
Der Preis für den gereiften Riesling „10 Years After“ ging an Philipp Wittmann und seinen Morstein 2002. Das Grosse Gewächs setzte sich in dieser Reifeprobe bereits zum zweiten Mal als scheinbar gerade aus der Pubertät erwachter Teenie durch. Nach 10 Jahren Reife brilliert der Morstein mit lebhaften Zitrusaromen, straffer Säure und köstlicher Spannung. Aber nicht nur in der Spitze wird von Philipp Wittmann besetzt, er spielt auch verbraucherfreundlichsten Liga mit. Mit seinem „kleinen“ Riesling belegte er den ersten Platz für den besten Gutsriesling. Diesen Wein, von dem jährlich rund 70.000 Flaschen erzeugt werden, bezeichnet er augenzwinkernd als seine „flüssige“ Visitenkarte.
Ehrung 9 – Weinkarte des Jahres
„Gute Weinkarten müssen nicht groß sein aber Leidenschaft zeigen“, ist die Meinung der Jury. Deshalb geht der Titel für die „Weinkarte des Jahres“ in diesem Jahr an das Berliner Restaurant „Hot Spot“. Hier wird mit asiatischen Aromen, Salz und pikanter Schärfe gekocht. Jianhua Wu, der den Gault Millau Wineguide als seine Bibel bezeichnet, vertritt die nachahmenswerte Meinung, dass Wein soll nicht nur auf der Karte stehen, sondern getrunken werden sollte. „Ich trinke jeden Tag Riesling, vorher habe ich 8 Jahre nur Bordeaux getrunken.“ Besonders charmant: Die Preiskalkulation ist äußerst kundenfreundlich, hier tut es nicht weh, wenn die zweite Flasche bestellt wird.
Ehrung 10 – Riesling feinherb
Ehrung 11 – leicht und trocken
Der Titel „Bester feinherber Riesling“ zeigt in diesem Jahr das große Dilemma dieser Kategorie, die irgendwo sehr verwaschen zwischen „trocken und süß“ angesiedelt ist. Somit ist die diesjährige Wahl für manchen Verbraucher vielleicht nicht unbedingt nachvollziehbar. Gewonnen hat mit 10,4 Gramm Restzucker der sensorisch trockene Nonnenberg 2011 vom Weingut Breuer in Rüdesheim, welches bekennend trockene Weine erzeugt. Laut Jury zeigt dieses Ergebnis jedoch eines ganz deutlich: Bei diesem Weintyp ist eher Balance anstelle von Werten gefragt. Stimmt! Und zeigt, dass den Rheingauer Rieslingen mit ihrer anregenden Säure ein wenig mehr Restzucker manchmal gar nicht schlecht steht. Zartes Säurespiel, Lebhaftigkeit und Tanz mit der Fruchtsüße! Verständlicherweise findet Theresa Breuer ihren Wein nicht unbedingt „feinherb“: „Der Weinberg ist tonangebend. Restsüße und Alkoholwerte sind nur bedingt Maßstab! Die Natur regelt das von selber! In unseren Weinen ist uns Struktur wichtig. Wir wollen keine Botrytis.“ So kam dann gleich die nächste Ehrung für ihren 2011 Rüdesheimer Berg Rottland, der mit 92 Punkten und 11,5 Volumenprozent den neu hinzugekommenen Titel als „bester Leichtwein“ absahnte. Laut Joel Payne für ein Riesling Cru eine phantastische Leistung, zumal in Deutschland immer noch Kabinettweine mit 14,5 Volumenprozent und Spätlesen mit 15,3 Volumenprozent zu finden sind. Negative Beispiele, dass Prädikate manchmal eher als Kategorisierung der Preislisten als geschmacksprägendes Qualitätsmerkmal umgesetzt werden.
Ehrung 12 – Sommelier des Jahres
Gut so! Denn das ehemalige Nachwuchstalent Thomas Sommer vom Schlosshotel Lerbach ist bereits lange aus den Kinderschuhen herausgewachsen. Hat das Diploma Wines & Spirits in London abgelegt, arbeitet an seinem „Master Sommelier“ und vertritt Deutschland im nächsten Jahr bei der Weltmeisterschaft der Sommeliers in Tokio.
Ehrung 13 – Riesling Kabinett
Ehrung 14 – Riesling Auslese
Ein köstlicher „Luftzug“ gewinnt den Titel des besten Kabinett Rieslings. Obwohl die Analysenergebnisse des Jahres 2011 recht hoch waren, zeigt sich dieser Klassiker von der Saar in sensorischer Topform. Ein echtes Kabinettstückchen mit zarter, filigraner Struktur, schier unendlichem Nachhall und entsprechendem Alterungspotential! Auch bei den Auslesen steht der Rausch im Vordergrund. Für Joel Payne ist die Auslese kaum zu schlagen. Hans Joachim Zilleken berichtet, dass die sonst so gesuchte Botrytis im Jahrgang 2011 einfach nicht gab. So ist diese Auslese aus goldenen, eingetrockneten Beeren ausgelesen worden und zeigt entsprechende Frische.
Ehrung 15 – Riesling Spätlese
Facettenreiche Spätlesen sorgen für prickelnde Gänsehaut! Das ist die Königsklasse. Mit wenig Alkoholgraden, tänzelnder Fruchtsüße und lebhafter Säure wird eine ungeheure Spannung erzeugt. Mit 95 Punkten siegt dieses Mal eine Nahe-Spätlese in einer sonst von der Mosel besetzten Kategorie. Tim fröhlich hat diesen auf Schiefer gewachsenen Riesling bis zum 20. November des letzten Jahres gelesen. Für ihn geht es um die perfekte Balance, Rasse und entsprechende Lebhaftigkeit. „Der Wein hat einfach Schwung“, bemerkt Tim Fröhlich voller Herzblut.
Ehrung 16 – Riesling mit Frucht und Fülle
Auch die Riesling Spätlese Kategorie „10 Years After“ wird in diesem Jahr von einem Nahe-Winzer besetzt: Werner Schönleber erklärt den Namen des 2002 Monzinger Frühlingsplätzchen „Rutsch“: „Das ist steilste Parzelle im Frühlingsplätzchen. Und es ist ein Phänomen, dass die alten Reben, die keinem Klon zuzuordnen sind, bei Mitte 90 Grad aufhören zu gären.“
Ehrung 17 – Entdeckung des Jahres
Marc Josten und Thorsten Klein bewirtschaften Weine am Mittelrhein und an der Ahr. Eine der wenigen Neugründungen im Lande. Vor gerademal zwei Jahren haben sie die ersten Gedanken zusammengetragen und stehen bereits jetzt auf dem Treppchen.
Ehrung 18 – Riesling edelsüß
Diese Kategorie ist zweifellos das Aushängeschild des Rieslings in der Weltwahr-nehmung. Mit gleich zwei phantastischen Trockenbeerenauslesen ist Schloss Johannisberg vertreten. Die Goldlack Trockenbeerenauslese -12- überstrahlte die führenden 15 edelsüßen Preziosen. Zu Recht eines der Wunder der deutschen Weinkultur.
Ehrung 19 – bester Winzerbrand
Werner Knipsers Auftritt bringt heitere Stimmung in die Runde: „Was soll ich sagen? Tresterbrand haben wir von 1991 bis 1998 gemacht. Der Gewinner ist eine Cuvée der Jahre 96 bis 98 und beinhaltet den Rest, der nicht verdunstet ist. Das der Stoff in ausrangierten Holzfässern lagert, aus hundert Prozent Trester und ausschließlich aus gesunden Trauben besteht, bedarf eigentlich keiner Erwähnung.“
Ehrung 20 – Aufsteiger des Jahres
Für die Jury war die die immense Qualitätsentwicklung sowie die besondere Würze des Terroirs ausschlaggebend, welches besonders in den Ersten Lagen der ehemaligen Staatsdomaine (gut 30 Hektar!) zu finden ist. Karsten Peters freut sich riesig über diesen Preis: „Das ist für das ganze Team eine riesige Auszeichnung.“
Ehrung 21 – Kollektion des Jahres
Eine verdiente Anerkennung für eine jährlich wiederkehrende, stringent hohe Qualität des gesamten Portfolios. Hansjörg Rebholz bedankt sich bei seiner Familie, seinen Mitarbeitern aber auch einem anderen für ihn wichtigen Menschen: „Vor 10 Jahren bekam mein Mentor Hans Günter Schwarz die Anerkennung für die beste Kollektion verliehen, nun trifft es uns, genau zehn Jahre später.“ Hansjörg Rebholz hat in diesem Jahr seinen 35. Jahrgang begleitet. Chapeau!
Ehrung 22 – Winzer des Jahres
In seinem Leben habe es Höhen und Tiefen gegeben, bemerkte der sympathische Winzer des Jahres Heger augenzwinkernd. „Als wir größer wurden, gab es dann auch eine Schwächephase.“ Joachim Heger hat in seinem Leben über 100 junge Winzer ausgebildet, 25 Mitarbeiter und verwaltet ein Imperium. Trotzdem ist die Stimmung herzlich wie in einem kleinen, überschaubaren Team: Persönlich, voller Visionen aber auch Traditionen. „Ich bin stolz, denn Winzer des Jahres wird man nicht jeden Tag. Es gab Zeiten, in denen ich mich fast um den Verstand probiert habe. Ich versuche die Weine so auszubauen, wie sie sind. 1982er habe ich das erste Barriquefass eingesetzt. Das ist jetzt mein 32. Jahrgang. Aber das Beste, was mir im Leben passiert ist, ist meine Frau! Obwohl ich bei der Partnerwahl gar nicht aus dem Ort herausgekommen bin… Sie hat immer zu mir gestanden, mich unterstützt, als ich nach Geisenheim gegangen bin und bis heute alles mit mir ausgehalten.“
Ehrung 23 – Die unverzichtbare Schlussredaktion
Joel Payne hält eine Laudatio auf Gerhard Benz, seit Anbeginn verbundener Redaktionschef des Gault Millau WeinGuides und unverzichtbarer Schlussredakteur.

